Sylt – August 2015

Als Ziel für den Sommerurlaub für 2015 ist uns erstmal nichts eingefallen. An Silvester 2014 entstand dann der Plan nach Sylt zu fahren, als der Song „Westerland“ von Den Ärzten kurz vor Mitternacht im Radio gespielt wurde. So startete das Neue Jahr gleich mit der diesjährigen Urlaubsplanung. Im Internet recherchierte ich, wo wir am Besten unterkommen könnten. Letzten Endes und auch wegen den hohen Kosten für ein Ferienhaus haben wir uns dann für eine Unterkunft in einem Mehrparteienhaus in List entschieden, der Ferienwohnung Mellhörn 50/13.

Am 16.08.2015 ging es wie immer schon früh mit dem Auto los, so hatten wir doch einige hundert Kilometer vor uns. Endlich am Syltshuttle angekommen, hatten wir uns schon gefreut, auf den letzten Drücker noch mit auf den schon vollgeladenen Zug zu kommen. Mit unserem Buchungscode kamen wir in den Vorbereich der Autoverladung und tatsächlich, als letztes Auto durften wir in den oberen Bereich der Autowaggons auffahren und hatten so während der ca. 40-minütigen Fahrt einen Spitzenblick über die Nordsee.

Bei der Ankunft in Westerland war das Getümmel dann groß, alle Autos mussten schließlich über eine kleine Straße gebündelt von der Autoverladung wegfahren. Als wir endlich durch den dichten Verkehr kamen, mussten wir nochmals ca. 20 Minuten mit dem Auto weiter bis nach List. Die Wohnungsschlüssel waren dort schnell in der Appartementvermietung abgeholt und wir konnten endlich nach der langen Fahrt in unsere schnuckelige Ferienwohnung.

An den ersten Tagen war das Wetter nicht sehr berauschend, es war regnerisch und windig, aber dick eingepackt konnte uns dass nicht aufhalten, List und die weitere Umgebung zu erkunden. Vor allem die Wanderdüne Uwe und die umliegende Landschaft hat uns besonders gut gefallen.

Unser erster größerer Ausflug ging mit dem Auto zum Roten Kliff. Dort geparkt liefen wir auf die große Plattform und blickten auf das Kliff und das Meer.

Für unsere Zeit auf der wunderschönen Insel haben wir im Vorfeld online bei Mietrad-Sylt.de Fahrräder gebucht, die uns gleich am Anreisetag vor die Wohnung geliefert wurden. Ausgesucht hatten wir uns Citybikes, aber nach einem kurzen Ausflug damit – weit sind wir nämlich nicht gekommen – haben wir beschlossen, auf E-Bikes upzugraden. Dazu mussten wir allerdings die Fahrräder nach Westerland bringen. Mit den City-Bikes wollten wir aber die lange Strecke nicht zurücklegen, am nächsten Tag schnallten wir also die Fahrräder auf den Bus und fuhren so in aller Frühe und ganz entspannt nach Westerland. Der Busfahrer hat uns beim Beladen der Fahrräder auf die Vorrichtung am Bus zum Glück geholfen. Im Hauptort Sylts angekommen wurden wir von Mietrad Sylt freundlich behandelt und konnten problemlos die Fahrräder austauschen. Mit aufgeladenen Akkus machten wir uns dann von dort aus auf dem Weg zum Morsumer Kliff. Der Fahrradweg war nicht sehr frequentiert, so konnten wir bis dorthin zahlreiche Geocaches in aller Ruhe suchen. Gegen Mittag hielten wir abseits von Morsum in einem kleinen urigen Restaurant an um dort eine Mittagspause einzulegen. Das Landgasthaus Nes Pük hat uns sehr gut gefallen, die Gerichte waren richtig lecker und auch die Preise waren – für Sylt – mehr als in Ordnung. (Umso trauriger waren wir, als wir 2017 bemerkten, dass das Restaurant geschlossen hat.) Gestärkt und wieder aufgewärmt fuhren wir das letzte Stück zum Kliff.

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Dort parkten wir unsere Fahrräder am Restaurant/Hotel Morsum Kliff, von dort aus geht es nur zu Fuß weiter. Nach kurzer Zeit waren wir dann auch schon am Aussichtspunkt angekommen und konnten den Blick über das Kliff schweifen lassen, dass irgendwie viel roter ist als das nahegelengene „Rote Kliff“, dieses befindet sich an der westlichen Seite Sylts 😉

Auf dem Rückweg fuhren wir mit den E-Bikes zum Hindenburgdamm und warteten auf den nächsten Syltshuttle. Von dort hat man einen weiten Blick auf die Zugstrecke und das Festland. Da der Zug gefühlt alle 10 Minuten vorbei fuhr, mussten wir nie lange warten.

Nach einer kurzen Fotosession ging es wieder auf dem Radweg weiter nach List, diesmal wollten wir die Strecke aber selbst fahren und verzichteten auf den Transport im Bus. Über Keitum und Munkmarsch ging es also zurück, aber nicht ohne Zwischenstopps in den einzelnen Dörfern und Häfen. Kurz vor der Ankunft in List fing es zu regnen und donnern an, auf höchster Stufe brachten uns die E-Bikes mit dem Restakku fast trockenen Fußes in unsere Ferienwohnung. Nach gut 40 km fahrt und vielen Stunden später erholten wir uns am Abend in unserem Appartement.

Am 20.08.2015 wurde das Wetter dann endlich schöner. Die Sonne kam raus und die Temperaturen kletterten über 25°. Für heute hatten wir uns schon im Vorfeld Tickets für die Leuchtturmbesichtigung in Hörnum gekauft. Dies ist der einzige Turm, denn man auf Sylt besichtigen kann, und mit 5 € wohl auch das günstigste buchbare Erlebnis auf der sonst so teueren Insel. Zusammen mit dem Leuchtturmwärter machten wir uns auf, die Treppen zu besteigen. Nach vielen Geschichten und Hintergrundinfos erreichten wir das letzte „Stockwerk“ vor der Aussichtsplatform und dem Leuchtturmfeuer. Darin ist ein Standesamt untergebracht. Als einziges lediges Pärchen in der Gruppe konnten wir dort gleicheinmal probesitzen und überraschten unsere Daheimgebliebenen mit einem schnellen Schnappschuss davon 😉

Der steile Aufstieg im stickigen warmen Leuchtturm belohnte uns nun mit einem herlichem Weitblick über die Insel und der Nordsee. Ungefähr 10 Minuten konnten wir hier die grandiose Aussicht vom Leuchtturm genießen und nebenbei weiter interessante Fakten vom Leuchtturmwärter hören. Zum Glück war heute der erste Tag mit beinahe wolkemlosen, sonnigem Himmel, so konnten wir viel von der Insel sehen.

Die Leuchtturmbesichtigung sollte man während einem Sylturlaub unbedingt einmal gemacht werden. Karten hierfür kann man telefonisch bei dem Tourismus-Service-Hörnum kaufen. Da immer nur 10 Personen auf den Turm und zur ca. 1-stündige Tour mit dürfen, sollte man sich hierfür frühgenug Tickets sichern.

Wieder am Boden kriegten wir noch eine Leuchtturmurkunde, als Andenken und Bescheinigung der Besichtigung. Nach dem kleinen Ausflug in das südliche Hörnum ging es auch schon wieder zurück nach List. Dort packten wir die Räder und fuhren zum Lister Hafen, um uns einen Snack zu gönnen. Spontan kam die Idee auf, heute noch den Ellenbogen zu befahren. Der nördlichste Zipfel Sylts und somit auch der nördlichste Punkt Deutschlands ist mit dem Fahrrad kostenlos zu befahren. Autos etc. müssen eine kleine Gebühr zahlen, da das Gelände in Privatbesitz ist. Gegen 17 Uhr fuhren wir also am Meer entlang zur Auffahrt des Ellenbogens. Ein kleiner Abstecher zum Ellenbogenberg bevor wir dann ganz alleine die kilometerlange Straße befuhren. Zahlreiche Vögel und viele Schafe hielten sich links und rechts des Wegrandes auf, einzig ein entgegenkommendes Auto und ein weiteres Pärchen fanden wir am allerhintersten Fleck von Sylt auf, dies war sicherlich der „späten“ Stunde geschuldet.
Am nördlichsten Punkt Deutschlands genoßen wir die Aussicht aufs Meer, auf List und die zurückgelegte Strecke. Natürlich mussten wir auch die Zwillingsleuchttürme besuchen.

 

Am Freitag standen wir bei zeiten auf, um einen Ausflug nach Fanø zu machen. Mit der Sylt Fähre ging es dazu erstmal auf die Nachbarinsel Rømø, diese ist durch eine Brücke mit dem dänischen Festland verbunden, so konnten wir von dort aus nach Esbjerg durchstarten. Nach kilometerlangem geradeausfahren in Dänemark erreichten wir endlich die Fähre und konnten dort für 60 € auf die kleine Insel überfahren. Ganze 12 Minuten brauchte das Schiff von Esbjerg nach Fanø. Hier machte Domi als Kind häufiger mit seinen Großeltern Urlaub und kannte sich sogleich wieder aus. Nach einer Besichtigung des Hafens und dem kleinen urigen Stadtkern aßen wir noch einen original dänischen HotDog und besuchten das Ferienhaus, in dem Oma und Opa über viele Jahre hinweg urlaubten. Als nächstes ging es mit dem Auto auf den befahrbaren Strand. Mehrere hundert Meter brauchte man von der Straße bis zum Wasser. Der Himmel über dem Strand war mit zahlreichen Drachen gefüllt. Die befahrbare „Strand-Straße“ war durch die vielen Tonnen an Autos richtig hart und plattgewälzt, auf Sylt wäre das auf Grund des Küstenschutzes undenkbar.

Ein kleines Stück abwärts des Trubels machten wir einen Geocachhalt in den Dünen. An diesen wunderschönen Ort werden wir sicher wieder herkommen, hat mir doch hier Domi die Frage aller Fragen gestellt 😉 Nach einem Innehalten und genießen dieses einmaligen Momentes holten wir Oma und Opas Bocciakugeln raus und spielten noch ein paar Runden in den Dünen bevor wir dann weiterfuhren, nach Sonderhø um die Windmühle zu besuchen, die Domi noch aus seiner Erinnerung kannte.

Unser vorletzter Tag auf Sylt! Den Samstag verbrachten wir damit, letzte Geocaches zu suchen, die wir bis jetzt noch nicht gefunden hatten. Außerdem trieb es uns nochmal zu liebgewonnenen Orten und Stellen wie zum Beispiel zum Roten Kliff oder der Wanderdüne in List. Unsere letzte Fahrradtour brachte uns zum überfüllten Strand nach Westerland, danach steuerten wir den Flughafen an. Zu Mittag aßen wir in Wenningstedt-Braderup im Außenbereich des Restaurants Meeresblick, von dort aus sollte es dann weiter nach Westerland gehen. Am total überfüllten Strand hielten wir uns nicht lange auf, ein kurzer Halt im Sansibar Store und nach einer weiteren Stärkung bei Häagen Dazs ging es weiter zum Flughafen. Gemütlich ließen wir den vorletzten Tag ausklingen, bevor unsere Fahrräder am Abend abgeholt werden.

23.08.2015. Unser letzter Urlaubstag auf Sylt. Mittags fuhren wir mit dem Auto nach Rantum, wo wir unseren Urlaub 2009 verbracht hatten. Am Rantumer Becken gingen wir bei exrem starken Wind spazieren, besuchten den Bahnhof in Westerland und fuhren einfach nocheinmal ein bisschen über die Insel. Abends packten wir dann unsere Sachen und verstauten die ersten Taschen im Auto. Am nächsten Tag ging es gleich nach dem Aufstehen zurück aufs Festland um die 800 km gen Hause zu bestreiten. Welche wiedereinmal absolut lohnenswert waren!

 

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