Sylt – Nov. 2017 | Standesamtliche Hochzeit

Diesen Herbst reisten wir auf unsere Lieblingsinsel um dort den ersten Teil unserer Hochzeit zu erleben. Bereits über einem halben Jahr im Vorraus buchten wir online unsere Zugtickets im Sparpreis. Für gerade mal 100 € ergatterten wir Tickets für die An- und Abreise nach Westerland, unschlagbar günstig! Auch bei unserer Unterkunft, dem Hotel Gutenberg mitten in der Fußgängerzone Westerlands, konnten wir frühgenug einen günstigen Preis für 5 Tage Sylt erzielen.

Am 29.10.2017 standen wir früh morgens auf um unseren Zug nach Nürnberg zu erwischen. Der erste Griff galt dem Radio, welcher allerdings ungute Nachrichten für uns hatte. „Unwetter! Sturm! Zugausfall! Bahnbetrieb teilweise eingestellt! Zuhausebleiben!“ Die Nachricht schoß uns durch Mark und Glied. Was sollten wir machen? Hochzeit absagen? Daheim bleiben? Am nächsten Tag losfahren? Nichts davon kam für uns Infrage. Spontan schmissen wir unsere Koffer ins Auto und bestreiteten die gut 800 km durch das Sturmtief Herwart. Aus dem Auto raus konnten wir dann kostenlos unsere Zugtickets stornieren. Auch das gebuchte Mietauto bei Europcar konnte online noch 24h vor Abholung storniert werden. Jetzt mussten wir nur noch gut durch den Sturm und vor allem an Hamburg vorbeikommen.

Kurz vor Leipzig schienen wir den schlimmsten Ausläufern des Sturms entkommen zu sein und bei strahlenden Sonnenschein aber starken Wind fuhren wir weiter gen Norden. Wenn wir doch die Bahn genommen hätten, wären wir laut Radio mittlerweile in Würzburg gestrandet. Alle ICE-Verbidnungen wurden in Deutschland eingestellt, sogar der Sylt-Shuttle verkehrte nicht über den Hindenburgdamm! Ob wir es überhaupt heute noch bis nach Sylt schaffen?

Nach einigen Staus erlangten wir dann gegen Mittag Hamburg und erstaunlicherweise konnten wir bei gutem Wetter problemlos durch den Elbtunnel fahren. Von der Autobahn aus war nichts von „Herwart“ zu sehen. Trotz einigen Staus und Passagen mit Starkregen erreichten wir um 17:00 Uhr Niebüll und mit den letzten Sonnenstrahlen fuhren wir auf dem Syltshuttle (gegen Mittag wurde der Verkehr dort wieder aufgenommen) unserer 2. Heimat entgegen. In Seitenstraßen um die Fußgängerzonen in Westerland haben wir nach kurzer Suche einen kostenlosen Parkplatz gefunden. Nach dem Einchecken im Hotel mussten wir einfach gleich die wenigen Meter zur Nordsee zurücklegen. Die letzten Sturmböen machten uns den Strandspaziergang ganz schön schwer, der peitschende Sand und starker Gegenwind konnte unser Lächeln auf den Gesichtern aber nicht mindern, endlich waren wir angekommen! Am Abend schauten wir das Ausmaß des Sturms in den Nachrichten an, da hatten wir aber ganz schön Glück!

Die Zeit bis zum 01.11.2017, dem Tag unserer standesamtlichen Hochzeit, verbrachten wir damit, die geplante kirchliche Strandhochzeit im Juni nächsten Jahres vorzubereiten und die einzelnen Dienstleister sowie unsere Location, die Strandoase, abzuklappern. Auch im Rathaus mussten wir nochmals vorsprechen und die letzten Formalitäten zu klären.

Sehr aufgeregt verließen wir dann Mittwochmorgen unser Hotel um den kurzen Weg bis zum Rathaus zurückzulegen. Vor dem wunderschönen Gebäude trafen wir auf unseren Fotografen und zusammen durchschritten wir die Hallen des Rathauses hinauf zum Trauzimmer. Da heute alle Standesbeamtinen auf einer Schulung waren, hatten wir eine Vertretung, die ihren Job aber nicht schlecht gemacht hat. Nach ziemlich genau 15 Minuten war dieses einschneitende Erlebnis auch schon vorbei und wir waren Mann und Frau.

Danach verbrachten wir noch eine Stunde mit dem Fotografen, der uns im Rathaus aber auch am Strand in Szene setzte. Punkt 12 waren wir dann das erste mal alleine als frisch vermähltes Ehepaar. Völlig geflasht und ohne das Geschehene überrissen zu haben, steuerten wir erstmal das Steakrestaurant Block House an. Eine bezaubernte Bedienung hat gleich Lunte gerochen und überraschte uns zu unserer Eheschließung  mit einem Tischfeuerwerk zusammen mit zwei Gläsern Prosecco. Am Nachmittag ging es zu unserem Lieblingsdorf List. Aus den vorherigen Urlauben wussten wir, dass am Hafen ein Stahlherz für Liebesschlösser installiert wurde. Da wollten wir uns natürlich auch verewigen! Aus dem einzelnen Herz wurde mittlerweile ein ganzer LOVE-Schriftzug, so viele Schlösser hingen nun schon an der Stelle.

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Am nächsten Morgen ging es dann aber auch leider schon wieder heim. Der Kurztrip war vorbei und obwohl es nur 5 Tage waren, haben wir uns mit der ersten Sekunde auf der Insel erholt und entspannt. Trotz der stressigen Anreise waren wir froh, mit dem eigenen Auto unterwegs gewesen zu sein. Nun heißt es warten bis auf Juni und auf unseren nächsten Besuch in List, verbunden mit unserer kirchlichen Strandhochzeit.

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